Eifersucht verstehen und verändern!



Eifersucht ist ein sehr unangenehmes Gefühl. Wenn sie zuschlägt, kann sie sich wie pure Angst anfühlen. Für viele ist es auch eine Mischung aus Angst, Verzweiflung, Wut oder Traurigkeit.

Menschen die eifersüchtig sind, erleben diese Gefühle meistens in Zusammenhang mit ihren Partnern oder sehr engen Freunden. Bei stark ausgeprägter Eifersucht zeigen sich meist dann starke Emotionen, wenn der andere gerade nicht verfügbar ist.

Hierbei geht es sowohl um emotionale Verfügbarkeit als auch um physische Nähe. Was andere als normale Freiheit bezeichnen würden, ist für einen eifersüchtigen Menschen pure Folter. Oft geht es soweit, dass die Partner bereits als verdächtig eingestuft werden, wenn sie das Haus nur kurz verlassen.

Anschuldigungen und Vorwürfe gehören dann zur Tagesordnung. Beschuldigte müssen sich rechtfertigen und dem anderen stets versichern, dass alles gut ist. Auf Dauer halten das wenige Beziehungen aus.

Doch was steckt hinter der Eifersucht? Oft steht im Vordergrund gar nicht das Gefühl betrogen oder ausgenutzt zu werden, sondern am Ende ausgetauscht oder verlassen zu werden. Jemand der eifersüchtig ist, der leidet. Während der Partner weg ist, ist der Zurückgebliebene seinen Emotionen meist hilflos ausgeliefert. Typisches Verhalten, um die Emotionen zu ertragen sind Versuche alles zu kontrollieren oder ständiges Nachdenken. Um den Schmerz zu lindern, betäuben sich viele mit einem Übermaß an Essen, Alkohol, Drogen oder ähnlichen Mitteln. Andere verharren in einer Angststellung, bis der Partner wieder da ist. Dies kann von Unruhe und Gedankenrasen bis hin zu Schlaflosigkeit führen.

In vielen Fällen gibt es überhaupt keinen Grund eifersüchtig zu sein und die Partner fühlen sich vollkommen kontrolliert und eingeschränkt.

Oft führt das übertriebene Verhalten dann letztendlich zu Trennungen oder Beziehungsproblemen.

Manchmal suchen sich eifersüchtige Menschen aber auch genau den Partner, der dieses Gefühl triggert. Partner, die tatsächlich fremdgehen oder zumindest fremdflirten. Dies ist dann die Einladung des Unterbewusstseins, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen.

In beiden Fällen ist es jedoch meist so, dass die ursprüngliche Verletzung, die so eine Eifersucht ausgelöst hat, nichts mit dem gegenwärtigen Partner zu tun hat. In meiner Arbeit erlebe ich ständig, dass die auslösenden Erlebnisse in früheren Lebensphasen stattfanden. Häufig steckt in einem erwachsenen, eifersüchtigen Menschen ein betrogenes oder verlassenes Kind. Eifersucht begründet sich meist auf Verlustängsten. Viele Menschen, die diese starken Gefühle als Erwachsene erleben, haben in der Vergangenheit große Angst vor Ablehnung oder Verlust erlitten. Manchmal ist ein Elternteil zu früh verstorbenen oder hat die Familie einfach verlassen. Aber auch weniger dramatische Dinge können der Auslöser dafür sein, dass wir uns abgelehnt oder zurückgelassen fühlen. Oft geschehen diese Dinge im Kindesalter. Unser kindliches Gehirn kann die Erlebnisse nicht verarbeiten und die logische Schlussfolgerung ist dann, dass mit uns etwas nicht stimmt. Dann beginnen wir uns die Schuld dafür zu geben, dass wir verlassen worden sind oder abgelehnt wurden. Wenn wir im Erwachsenenalter noch immer den Glaubenssatz in uns tragen, dass mit uns etwas nicht stimmt und deshalb Gefahr droht verlassen zu werden, kann Eifersucht gedeihen.

Was du tun kannst, wenn du eifersüchtig bist: Zunächst einmal ist es wichtig, zu erkennen, dass die aktuelle Eifersucht meist nicht der Grund ist für das Gefühl. Es geht darum zu erkennen, was die tiefe Ursache ist. Denn die aktuelle Situation bringt meist nur tief verborgenes ans Licht.

In einer Aufmerksamkeitsübung kannst du zunächst das Gefühl beobachten. Setze dich an einen ruhigen Ort und lasse das Gefühl in dir aufsteigen. Spüre das Gefühl der Eifersucht. Lass alle Emotionen hochkommen, ohne dich zu sehr in sie hinein zu begeben. Hilfreich ist es, die Augen zu schließen. Das Gefühl hervor zu holen kann einige Zeit dauern. Spüre in dich hinein, wo kannst du die Emotion am stärksten im Körper wahrnehmen? In der Brust? Im Hals? Oder doch in der Magengegend?

Der nächste Schritt ist, sich selbst zu fragen: woher kommt dieses Gefühl? Wann habe ich dieses Gefühl das aller erste Mal gespürt? Versuche dich darauf einzulassen und die Antwort hochkommen zu lassen. Meistens ist unser Unterbewusstsein gewillt die Informationen preiszugeben. Denn die Intention unseres wahren Selbst ist die Heilung und die Freiheit des Geistes. Wenn du alles zulässt, was kommt, kannst du vielleicht den Ursprung finden. Im Ursprung liegt auch meist die Lösung. Oft warten wütende, traurige oder zurückgelassene innere Kinder in der Seele. Sie haben oft etwas Peinliches, Erniedrigendes oder sehr Schmerzhaftes erlebt. Mit der Frage „was brauchst du?“ kann man innere Kinder in der Regel sehr gut unterstützen. In vielen Fällen ist die Erkenntnis, wie ein Glaubenssatz oder ein Gefühl entstanden ist, schon ausschlaggebend für den Veränderungsprozess. Manchmal ist aber auch ein Heilungsprozess notwendig. Verletzte Anteile in uns möchten ihre Gefühle zeigen und spüren dürfen. Innere Kinder zum Beispiel können viel Wut oder Trauer in sich tragen. Wenn du zu große Angst hast, dich dann Emotionen zu stellen: dann suche dir einen geeigneten Therapeuten oder Coach, der dich auf deiner Reise begleiten kann. Meist merkt man schnell selbst, ob man der Sache allein gewachsen ist. Lass mich wissen, ob dir mein Artikel gefallen hat.


Wunderschönes Foto von Yuris Alhumaydy

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